Betten Struve Naturhaardecken

Naturhaardecken – Klimaanlage für die Nacht

Naturhaardecken als Bettdecke – die interessante Alternative

Klassischerweise werden in deutschen Schlafzimmern überwiegend Daunen- oder Federbettdecken benutzt. Die meisten Menschen schlafen unter solchen Decken sehr gut. Allerdings sind Naturhaardecken oft eine sinnvolle Alternative zum traditionellen Federbett.
Unter Naturhaaren versteht man alle Haare, die tierischen Ursprungs sind. Die häufigsten für Bettdecken verwendeten Haare sind Schurwolle, Kamelhaar und Cashmere (auch Kaschmir), selten wird auch Yak oder Lama verwendet. Sie bestehen alle aus Keratin (Horn) wie auch unsere menschlichen Haare.

Bettdecke aus Kaschmir oder Kamelhaar? Die feinen Unterschiede.

Die klimatischen Eigenschaften der verschiedenen Haare sind sehr ähnlich. Der wesentliche Unterschied liegt in der Feinheit der Haare. Am gröbsten und stärksten gekräuselt ist die Schurwolle (im Regelfall Schafschurwolle), etwas feiner ist Lammschurwolle (die erste Schur im Leben eines Schafes) und noch deutlich feiner ist das Kamelhaar. Die feinsten Haare sind die des Yak (tibetanisches Hochlandrind) und das Kaschmirhaar (Ziege). Feinere Haare machen eine Bettdecke anschmiegsamer und kuscheliger, grobere hingegen etwas steifer.

 
Nutzen Sie unsere Schlafberatung!

kostenlos keine Wartezeit auf Sie zugeschnitten
inkl. Probeliegen und Liegeanalyse

Termin sichern

Aber was macht Tierhaare nun so besonders?

Tiere, deren Fell für Naturhaardecken geeignet ist, leben dort , wo die Wetterbedingungen recht wechselhaft sind. Kamele zum Beispiel leben in der Wüste, wo es tagsüber sehr heiß und nachts extrem kalt werden kann. Auch bei den Hochlandrindern und Ziegen im Kaschmirgebirge oder der Mongolei sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sehr groß. Die Tiere können allerdings zwischen Tag und Nacht nicht ihr Fell wechseln, sondern überstehen ganz entspannt die Nacht und den Tag mit dem gleichen Fell. Das liegt vor allem daran, dass grundsätzlich alle Naturhaare sehr schnell viel Feuchtigkeit aufnehmen können und so ein sehr trockenes und angenehmes Klima schaffen. Das gilt nicht nur beim Tier, sondern auch bei einer Schlafdecke mit Naturhaarfüllung. Hinzu kommt ein guter Feuchtigkeitstransport und ein schneller Temperaturausgleich, den andere Füllungen für Bettdecken nicht haben. Kein anderes Naturprodukt kann so einfach Feuchtigkeit und Temperatur ausgleichen. Daher sind Bettdecken mit Naturhaarfüllung nicht nur für jeden normalen Schläfer geeignet, sondern besonders für wechselhafte Schlafumgebungen.

Naturhaardecken sind ideal bei hoher Luftfeuchtigkeit.

In Bereichen mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit, wie zum Beispiel auf Booten oder in Campingwagen, ist eine Naturhaardecke unschlagbar gut. Daunen haben bei sehr viel Feuchtigkeit Schwierigkeiten und neigen dazu, ihre Wärmeleistung zu verlieren. Auch Kunstfaserfüllungen werden auftretende Feuchtigkeit nicht los und man fängt an zu frieren. (Hightech-Outdoorprodukte sind davon allerdings ausgenommen und in dieser Betrachtung zu vernachlässigen.)

Naturhaardecken bei Temperaturschwankungen

Aber auch zu Hause kann eine Naturhaardecke sehr angenehm sein. Bei unterschiedlichem Temperaturempfinden, wie z.B. in den Wechseljahren, sind ihre guten Eigenschaften eine große Hilfe, um mit den hormonellen Schwankungen ein wenig besser zu schlafen. Eine medium gefüllte Decke ist sehr empfehlenswert als Ganzjahresdecke, denn Naturhaare können besonders gut die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter überwinden. Getrennte Sommer- und Winterdecken sind zwar empfehlenswerter, aber, wenn man nur eine Decke über das Jahr benutzen möchte, kann die Naturhaardecke dies am besten.

Aber Naturhaardecken kann ich gar nicht waschen!

Stimmt. Zwar sind Naturhaardecken grundsätzlich bei 30 und 40 Grad im Wollwaschgang waschbar, es ist aber nicht zu empfehlen. Naturhaare können dann sehr schnell verfilzen und viel von ihrer Anschmiegsamkeit verlieren. Wenn man sich ein Haar unter dem Mikroskop ansieht, erkennt man eine Schuppenstruktur, die an den Stamm einer Palme erinnert. Diese Schuppen funktionieren wie Widerhaken und sind zum einen dafür verantwortlich, dass die Haare verfilzen.

Naturhaardecken reinigen sich selbst

Zum anderen sind sie aber auch die eigene Reinigungsanlage. Diese Schuppen können sich öffnen und wieder schließen. Sobald Feuchtigkeit an die Haare kommt, öffnen sich die kleinen Schuppen und der an ihnen haftende Dreck (zum Beispiel winziger Dreck wie Gerüche) fällt einfach ab. Man kann das beispielsweise am Lagerfeuer beobachten; wenn man mit einem Wollpullover dort saß, riecht dieser nach Rauch. Wenn man den Pullover auslüftet, verschwindet nach und nach dieser Geruch. Regelmäßiges Lüften im Freien ist also eine gute Pflege und Reinigung von Naturhaardecken. Wem das nicht genug ist, kann die Decke natürlich auch gelegentlich im Fachgeschäft reinigen lassen.

Bei Polyester (Fleecedecken) funktionieren das Auslüften und die selbstständige Reinigung übrigens nicht. Dafür lassen sich Decken aus Kunstfasern gut zu Hause waschen und trocknen.

Naturhaardecken vs. Synthetikdecken

Jedes System hat seine Vor- und Nachteile. Bettdecken aus Naturhaar sind eine sinnvolle Alternative zu Federbettdecken und bieten bei bestimmten Anwendungsgebieten viele Vorteile. Sie sind tolle Klimakünstler, die über viele Jahre ein ganz besonders trockenes und angenehmes Schlafklima schenken können. Klimatisch gesehen sind sie den modernen „Klimafasern“ aus Polyester deutlich überlegen.